Dr. Simon Reitze

Simon Reitze

  • Dr. der Philosophie (Universität Wien 2002, mit Auszeichnung, Fachgebiet Wissenschaftstheorie)
  • lic. phil. I (Germanistik, Anthropologische Psychologie, Philosophie; Universität Zürich 1997)
  • Lehrbeauftragter für Wissenschaftstheorie/aktuelle Theorie an der Wirtschaftsuniversität Wien, Universität Wien, Fachhochschule Salzburg
  • Buchautor für Wissenschaftstheorie
  • Unternehmensberater (Magistrat Wien 2002), Coach
  • Kommunikationsberater und Künstler

Von 2001-2008 coachte Dr. Simon Reitze sämtliche Doktoranden der Wirtschaftsuniversität Wien zum Thema „Wissenschaftstheorie“ und bewertete ihre Projektarbeiten auf dem Weg zum Exposé. Nebst diesen ca. 2000 Doktoranden hat er seit 2002 zahlreiche Kunden in Einzelcoachings unterstützt.

Im Weiteren ist Dr. Simon Reitze in der Beratung im Bereich Kommunikation/Innovation tätig. In der Vergangenheit hat er in zahlreichen Projekten für grosse und mittlere Unternehmen und Organisationen zu verschiedenen Themen mitgewirkt (Innovation, Wachstum/Marketingstrategie für ICT, Finanz, Social Media, Kultur).

Simon Reitze und Johann A. Schuelein: Wissenschaftstheorie für Einsteiger. UTB 2351

Mein „Weg der Forschung“

„Bereits als Kind ging ich den Dingen auf den Grund. Als Zweijähriger stieg ich an einem Baukran empor, um ihn mit einem Hammer abzuklopfen. Ausser der kurzfristigen Angst meiner Mutter existieren keine Protokolle dieser frühen ,Forschungstätigkeit‘. Aber bis heute bin ich der Meinung: Eine gewisse Entschlossenheit, Furchtlosigkeit und ein aufrichtiges Interesse für die Welt sind eine gute Grundlage für jede wissenschaftliche Forschung.

Schule und Gymnasium

Schule und Gymnasium waren für mich über weite Strecken nur beschränkt interessant. Das Wissens-Angebot entsprach nicht wirklich meinen Fragen. Und wo ich Fragen stellen konnte, waren die Antworten oft mager. Keiner der Lehrer schien sich für den tieferen Sinn dessen zu interessieren, was er vermittelte. Alles blieb auf der Oberfläche. Zwar war es eine ausgiebige Gelegenheit, Sprachen wie Latein, Englisch, Französisch und Italienisch in ihrer Systematik kennenzulernen – was mich tatsächlich interessierte – aber kaum war ich als Teenager zum ersten Mal in Paris und fragte nach einem Hotelzimmer, wurde mir bewusst, warum mich der Rezeptionist etwas mitleidig anschaute: Weil ich französisch sprach wie eine Figur aus einem gutbürgerlichen Roman. Wo war der Zugang zum wirklichen Wissen? Das Gymnasium betrieb einen Broadcast mit angestaubtem Sendematerial, für ein Publikum, das nicht freiwillig in den Stühlen sass.

Studium

Im Studium änderten sich die Bedingungen: Ich war beinahe völlig frei in der Suche nach Wissen und hatte eine ganze Universität mit all ihren Bibliotheken und Mitarbeitern zur Verfügung! Schon bald hatte ich Themen herauskristallisiert, die mich faszinierten: ,Sprache an sich; Denken; die Entwicklung des Denkens zwischen Personen, in einer Gesellschaft, durch die Geschichte; Kunst und das, woran sie sich rieb.‘ Ich entdeckte, dass die faszinierenden Themen immer sogenannt „interdisziplinär“ waren. Und dass Wissenschaft betreiben heisst, sich thematisch zu beschränken, was leider einen gewissen Widerspruch bedeutete.

Dissertation von Dr. Simon Reitze

Da ich mich aber nun einmal beschränken musste, wollte ich mich auf nichts weniger als auf ‚Das Wesentliche‘ beschränken und schrieb sowohl meine Lizentiatsarbeit (Literaturtheorie) als auch meine Dissertation (Philosophie, Bereich Wissenschaftstheorie) zu dem, was mir die Grundlage des Denkens schien. Mit dem Begriff des ,Eigentätigen‚, den ich nun bildete und ausarbeitete, konstruierte ich für mich ein Suchinstrument und förderte Antworten auf Fragen zutage, die ich so lange suchte: Worauf gründet menschliches Denken und wie lässt sich unterschiedliches Denken / unterschiedliche logische Systeme vergleichen?

Am Ende meiner Dissertation erkannte ich, dass ich die Antwort bereits vor Beginn meiner Forschungen intuitiv in mir getragen hatte. In meiner Dissertation entfaltete und klärte ich die intuitiv vorhandenen Antwort, um sie für mich selber zu kommunizieren, abzugleichen und für andere brauchbar zu machen. Der Aufwand hat sich für mich gelohnt: Ich habe jene Antworten, die ich mir von der universitären Forschung erhoffte, gefunden und ich konnte einen Schritt weiter gehen: In die Lehre; und ebenfalls in verwandte Tätigkeiten: Beratung und Coaching.

Ausserhalb der Universität

Gleichzeitig entdeckte ich, dass auch Antworten ausserhalb der Universität existieren, die nicht minder interessant sind: Beispielsweise in den Schulen zu Taichi, Yoga, Meditation und ihren dazugehörigen alten Wissenssystemen, die in Asien eine vergleichbar universitäre Form annahmen, bevor es im Westen Universitäten gab.

Und dann?

Zur Zeit beschäftige ich mich in meiner persönlichen Forschung damit, ,verschollene Zugänge zu menschlichem Wissen freizulegen und ihre Wissensformen diesseits und jenseits der Theorie in Dialog zu bringen‘. – Falls Ihnen diese Beschreibung meiner aktuellen persönlichen Forschung etwas allzu abstrakt und summarisch vorkommt, dann liegt es unter anderem erstens daran, dass sie noch nicht fertig ist und zweitens, dass ihr Ergebnis auch noch nicht in ein mediales Gefäss gegossen ist.

Wissenschaft ist ein Kommunikations-System: Wir fördern Wissen zutage, bereiten es auf und machen es zugänglich, um es in Dialog zu bringen – damit es seine Wirkung entfaltet. Das ist der Wert von Wissenschaft. Ich erachte es als eine ehrenvolle Aufgabe, zu dieser Kommunikation und ihrer Qualität einen Beitrag zu leisten.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre Gedanken zu entwickeln und in eine wissenschaftliche Form zu bringen.“

Dr. Simon Reitze